06.07.2012

Urzeitmonster

Bild: Libelle
Es ist wieder Flugzeit für Libellen den "Hub­schraubern" unter den Insekten, die ihre Beute­tiere im Flug fangen.

Auffällig sind die großen Facettenaugen, die bis aus 30.000 Einzelaugen bestehen können. Zwischen den Komplexaugen liegen auf der Kopfoberseite außerdem drei kleine Punktaugen, als Gleichg­ewichtsorgan und zur Kontrolle schneller Flug­bewegungen. Damit verfügen sie wahr­scheinlich über den besten Sehsinn unter den Insekten.
Bild: Makro
Beide Flügelpaare unabhängig voneinander be­wegen zu können, ermöglicht es ihnen, abrupte Richtungswechsel zu vollziehen, in der Luft stehen zu bleiben oder sogar rück­wärts zu fliegen. Maxi­mal werden im Flug 50 km/h erreicht. 

Zwei Drittel der rund 80 heimischen Arten sind gefährdet, 20 Prozent sogar vom Aussterben be­droht. Ursachen sind die Verschmutzung und Trockenlegung vieler Gewässer, deshalb stehen alle unsere Libellen unter Artenschutz.

Bild: Azurjungfern
In der germanischen Mythologie waren Libellen der Göttin Freya oder Frigg (sie soll die Wolken gewebt haben) zugeordnet und heilig. Diese heidnische Verehrung wurde von Missionaren umgekehrt. Die Libellen wurden zu „Teufelsnadeln“, „Teufels­bolzen“ oder „Augenstechern“.

Im Karbon, vor 300 Mio. Jahren (Steinkohle-Zeitalter) lebte die Riesenlibelle. Mit ihrer Flügelspannweite bis zu 70 cm (!) gehört sie zu den größten Insekten, die je gelebt haben. Die Bodentemperatur lag 14 Grad über unserem Niveau. der Luftsauerstoff war 1,5 mal, der Kohlen­dioxidanteil 3 mal höher als heute - also ein richtiges Treibhausklima. Farne besiedelten den Riesen­kontinent Pangäa, 40 m hohe Schuppen­bäume, 20 m hohe Schachtelhalme und Bär­lapp­pflanzen sowie schuppen­blättrige Vor­gänger unserer heutigen Nadelbäume (Koniferen) wuchsen auf der Landmasse. In den letzten 150 Millionen Jahren veränderten sich Libellen nur noch minimal.

Fotos: Vierfleck, Keilflecklibelle und Azurjungfern

Libellen sind meist scheu, greifen Menschen niemals an, sondern flüchten. Nur große Arten nähern sich manchmal neugierig, um den „Revier-Eindringling“ Mensch zu beobachten. Dabei verharren sie per Rüttelflug stehend in der Luft. Alte Namen wie „Augenbohrer“ oder „Pferdetod“ kamen durch diese falsche Vorstellung zustande und brachten den Libellen einen schlechten Ruf ein. Wenn eine gefangene, festgehaltene Libelle einem Menschen in den Finger beißt, ist das zwar spürbar, aber in der Regel nicht schmerzhaft. >> Album

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