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03.09.2018

Street Art in der Brotfabrik: "Think and Destroy" von NV

"Let us pray", 2010
Passend zur URBAN ART WEEK (5.- 12. Sept.) präsentiert die Brotfabrik einen Künstler, der in der Street-Art-Szene Berlins bereits Anerkennung gefunden hat, nun in seiner ersten Solo-Ausstellung. Auch für die Galerie der Brotfabrik ist StreetArt eine Premiere.

Seit ca. 10 Jahren arbeitet der Künstler unter dem Pseudonym "NV"(für Negative Vibes) und man trifft seine Werke im Straßenbild Berlins auf Wänden und Brückenpfeilern, wo sie  - interessanter Weise - von den Szene-Künstlern respektiert, also nicht übermalt oder zugesprayt werden. Die Meisten gibt es in Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Mitte und Wedding.

Für die Ausstellung hat NV daher einige seiner Werke extra auf Beton gefertigt. Sie ergänzen trefflich und in spannender Weise, die auf rostigen Metallblechen ausgeführten älteren Arbeiten. Auch zwei Werke auf Papier sind ausgestellt.

Auffällig ist zunächst die "dunkle" Darstellung von Leid, Melancholie, Ruhe, Trauer... in für Streetart typischer Schablonentechnik (Stencil). Was mir den Zugang zunächst erschwerte, war der unübersehbare Neigung zum Gothic-Style mit mystischen, spirituell geprägten Darstellungen. Aber das war meine subjektive Herausforderung.

Interessant fand ich, mit wie viel Akribie NV so einige Details wie Haarspitzen u. Musterungen herausgearbeitet hat. Das macht (viel) Arbeit. Wenn man das tut, meint man es meist ernst.

Gern möchte ich euch die Ausstellung weiterempfehlen. Hier noch ein Blick in die Ausstellung, die mit der Finissage am So., den 09. 09. 2018 endet.

"Antoinette", 2011
Brotfabrik Galerie, Raum 3

05.07.2018

Bildbetrachtung – Keine Angst vor Schwarz und Weiß

Ölgemälde
Entgegen seiner Gewohnheit den Bildern einen Rahmen zu geben, ist die Serie der Kreuz-Bilder von Harald Schulz aus dem Jahr 2012 nur auf Leinwand mit Keilrahmen, also ohne Bildumrandung, sodass die Maltechnik und ihre History auf dem Rand seitlich sichtbar werden.
 (Bild 1)

Elf Bilder mit weißen Kreuzen auf schwarzen Grund hängen als Ensemble im Ausstellungsraum 2 der Brotfabrik.
 (Bild 2)

Doch der erste Blick täuscht wie so oft, denn die weißen Kreuze sind nicht reinweiß. Oft mischt sich in ihnen ein Türkis, ein Rot, ein Magenta oder Ocker.
 (Bild3)

Jedes Bild oder jede Serie unterscheidet sich farblich von den anderen.
Im Triptychon 1 wandeln sich die weißen Kreuze sogar zu schwarz.
 (Bild 4)

Wie oft bei Schulz, sind die Bilder recht schnell gemalt, teilweise mit sehr dicken Farbauftrag wie in Kreuzbild 2, manchmal in expressiver grober Mischung, immer jedoch mit den bloßen Händen. Ein sehr intensives Erlebnis, für einige Besucher bedrückend, für andere mystisch, für weitere religiös anbetend, für andere meditativ, selten missionierend. Für mich: ein Studienobjekt der meditativen Improvisation zu einem Grundakkord. Man kann es gut mit Musik vergleichen...

Die Kreuz Bilder von Schulz sind kleine Psychodramen (Psyche = Seele, Drama = Handlung). Sie sind Analyse, Beschreibung, Manifest. Sie zeigen keine perspektivische räumliche Tiefe sondern stellen sich den Betrachter in den Weg als ultima ratio (letzter Lösungsweg). Immer wieder sieht Schulz den Tod vor Augen und nutzt als Stilmittel die eingeschränkte Dramaturgie achromatische Farben im Kontrast mit sprichwörtlich "vertieften Eindrücken", nämlich den Fingerabdrücken seiner Malhand.

Für mich wirkt das Türkis als idealistische Traumfarbe, eine dem Jetzt entrückte Zeit, aus der verflossenen Vergangenheit oder der kaum vorstellbaren Zukunft. Das Rot assoziiert Blut Schmerz und bezieht sich auf das Jetzt und unmittelbare Körperlichkeit. In magenta erhält es eine religiöse Erhöhung und die Spuren von Ocker halten den letzten Bezug zur Erde, geben und vermitteln damit letzte Bodenhaftung.

Schulz erzählte bei einem Interview, dass ihn 2012 die Kreuze für die Pastoren und Nonnen auf dem Klinikgelände vor seinem Fenster dazu inspirierten. Zu seiner Malerei hört er übrigens gern das Requiem von Mozart.

Zur zweiteiligen Ausstellung ("...und ich tobe durch die Farben", noch bis zum 15. Juli in der Galerie Brotfabrik) gibt es einen umfangreichen Katalog zum Werk von Harald Schulz. (99 Seiten für 12, - EUR)

Mein Fotoalbum zur Ausstellung




25.06.2018

Ausstellung – Harald Schulz "...ich tobe durch die Farben"


Foto mit Ölgemälde "Gewitter" von Harald Schulz


 "Gewitter", 2006, Öl auf Leinwand, mit Details (Fotos unten)

Detail des Ölgemäldes "Gewitter" von Harald Schulz Detail des Ölgemäldes "Gewitter" von Harald Schulz

Die Bilder von Harald Schulz sind keine einfachen Ölgemälde, sondern Ereignisse, Offenbarungen, Resultat tiefgreifender Erfahrung. Sie sind
individuell, subtil und wirken nachhaltig.
Den Besuch der Ausstellung "...ich tobe durch die Farben" möchte ich nicht als bloßen Tipp, sondern als guten Rat für Freunde von Oberflächenstrukturen und Farben weitergeben.

Denn seine Ölgemälde verändern sich dramatisch mit der Tageszeit (= Lichttemperatur und -einfallswinkel), sowie dem Standpunkt ( entsprechend der Entfernung und dem Sichtwinkel) des Betrachters. Aber das ist nur die einfache Beschreibung...


Schulz machte als einziger Maler zu DDR-Zeiten sein Diplom in abstrakter Malerei, an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee.

Damit war ihm im "realen Sozialismus" jedoch weniger Erfolg beschieden als seinen, stolze Arbeiter und Bauern malenden "Künstlerkollegen".


Immer noch ist Schulz vielen Kunstliebhabern unbekannt und kann unter Sammlern als Geheimtipp gelten. Der Kultursenator von Berlin,  Dr. Klaus Lederer, stattete der Ausstellung noch vor ihrer Eröffnung seinen Besuch ab. Die Vernissage am 01. Juni war mit über 100 Teilnehmern verhältnismäßig gut besucht. 

Am Fr., den 29 Juni wird es ab 19 Uhr eine öffentliche Lesung mit Harald Schulz geben, sowie eine Führung mit Petra Schröck, der Kuratorin und Leiterin der BrotfabrikGalerie am Caligariplatz 1.

Die Ausstellung ist täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

– freier Eintritt, >> Ausstellungslink



Ausstellungsraum 3 der Galerie der Brotfabrik mit Schulz' Zeichnungen, Guachen und Ölgemälden

24.05.2018

Gedanken zum Bild – Felix Wunderlich "Zyklop"

Mystisch und zugleich absurd ist die Welt wie sie sich in dem "Diptychon mit Zyklop" von Felix Wunderlich offenbart.
Dunkel, wie uralte Ölgemälde oder wie Ikonenen erscheinen die beiden Arbeiten von 2018 des 1976 geborenen Künstlers.

Doch bereits die Lichtführung offenbart die trügerische Illusion eines Portraits.

Hier sind Gedanken, Zusammenhänge und Motive abgebildet, die sich ohne Quellenkunde dem Betrachter – in diesem Fall mir – erst einmal nicht erschließen. Mittelalterliche Mystik und Ölmalerei verbindet sich hier zu einem postmodernen Diskurs über die Zeichenhaftigkeit der Welt mit "Symbol - Begriff - Ding" (Semiotisches Dreieck) und regen zum Nachdenken an.

Ohne das Rettende Auge wäre das linke Bild für mich eine Hohlform. Vielleicht steht diese für etwas Verschwundenes. Verschwunden, wie vielleicht die Keltenkultur des Fürsten vom Glauberg, an denen die beiden "Ohren" erinnern, hier jedoch nach Mickey-Mouse-Art weiter außen rechts und links positioniert sind. Dies verleiht dem Ölgemälde eine gewisse humorvolle Leichtigkeit.

Rot und grün umrahmt ist der Umriss dieser Figur, zu deren Kopf eine Linie aus Rauten führt. Mich erinnert diese fast an eine Datenleitung von Cyborgs. Doch sicher bin ich auf dem Holzweg...
Das rechte Bild lässt solch eine Darstellung fast aus. Es erscheint ein Gesicht von den fast nur eine Hälfte zu erkennen ist und mich unwillkürlich an das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa denken lässt.

Der Titel grenzt die Interpretation ein. Ich kann hier nicht Jesus und Maria, nicht Kelten-Mouse und Monalisa, nicht A+B sehen, sondern einen Zyklopen. Also klappe ich in Gedanken beide Bilder zusammen, bringe die Gesichter in Deckungsgleichheit und stehe immer noch vor einem Rätsel...
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Beide Werke sind noch bis zum 27. Mai, täglich 16-20 Uhr in der Galerie Brotfabrik zu sehen. 
Am 27. Mai, um 16 Uhr ist Finissage und eine Galerieführung mit Felix Wunderlich und Petra Schröck.
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>> Fotos von der Ausstellung
>> Hompage: felix-wunderlich.de

23.05.2018

Gedanken zum Bild – Fanziska Klotz "Studie 3"

Mit Studie 3 präsentiert Franziska Klotz einen Eindruck den wir alle kennen, jedoch wenige spontan erinnern. Gelegentlich fühlt man bin gewissen Situationen was hier visuell dargestellt ist – ein schwarzes Loch. 
Eben solch ein Eindruck erscheint ungefähr auch dann,
wenn wir die Augen schließen,

willkürlich und nicht zu fest und uns den nun entstehenden Eindruck bewusst machen.

Die Studie 3 (Öl auf Leinwand) ist mit seinen 50 x 40 cm ein vergleichsweise kleines Werk der 1979 in Dresden geborenen Künstlerin. 
Von 2000 bis 2005 studierte Franziska Klotz an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee Malerei bei Werner Liebmann und wurde 2006 zur Meisterschülerin ernannt.

Zwei Drittel des Bildes nimmt ein fast elliptisches dunkles Loch ein, welches in seiner Wirkung durch einen hellen Farbauftrag – rings um seinen Außenrand – zwischen Weiß und Ocker verstärkt wird. Die Farben im Umfeld sind sorgfältig abgetönt und verlaufen ineinander zwischen ihrem Ausgangsfarbton und in Richtung des durch Mischen der Pigmente unvermeidlichen entsättigten Braun.

Durch die Maltechnik – hier größtenteils mittels Spachtel, partiell mit Pinsel oder Finger aufgetragen – entstehen interessante Effekte, welche der Darstellung etwas fantastisches träumerisches verleihen. An einigen Stellen ist die verwendete Malpalette zu erkennen, bei genauer Betrachtung auch die Reihenfolge des Farbauftrags.
Weiterhin lässt sich eine eher unterschwellige Farbachse zwischen Rosa und Weinrot von oben rechts nach unten links sowie eine um 90° verschobene Achse mit Gelb von oben links nach unten rechts analysieren. Diese Farbachsen schaffen wiederum einen räumlichen Eindruck wie bei beleuchteten Objekten, jedoch sehr sanft, beinahe unmerklich. Dies macht für mich den Reiz dieser besonderen Arbeit aus.

Fanziska Klotz, "Studie 3", 2016, 50 x 40 cm, Öl auf Leinwand

Das Bild ist noch bis zum 27. Mai zu sehen (Finissage am Tag der offenen Tür), in der Ausstellung "Zweites Weißenseer Kabinett", in der Brotfabrik Galerie,
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>> Fotos von der Ausstellung
>> Hompage: franziska-klotz.de
>> auf ArtBerlin.de

16.05.2018

Gedanken zum Bild "Geisterstadt"

Wie die Silhouette einer frühen barocken Hafenstadt wirkt die “Geisterstadt“ von Matthias Pilsz

Dabei ist die aus weit über einhundert einzelnen Teilen zusammengesetzte Bildcollage ein höchst aktuelles Werk von 2018. Verwendung finden historische Abbildungen wie Gemälde und Fotos.

Ein Blick in die Details lohnt  führt aber an dieser Stelle zu weit  verwirrt eher, zeigt jedoch wie filigran die Illusion aufgebaut ist. – Klickt doch einfach mal auf das Bild 

Und da sind wir auch schon mittendrin. Wo ist das Meer? 

Der Hafen scheint im Vordergrund. Also befindet sich der Betrachter wohl ungefähr in Höhe eines Mastkorbes und blickt auf den zentralen Platz, auf dem drei verhüllte Gestalten stehen. Auf den ersten Blick wirken sie wie an dahinter aufragende Masten gebunden, genauer betrachtet, werden sie von wenigstens drei oder vier verhüllt kauernden Gestalten umlagert, betrauert oder sogar angebetet. 

Vielleicht ist diese beklemmende Unbestimmtheit beabsichtigt, denn auch im Himmel, hoch über der Stadt schweben Dinge, welche Engeln oder vielmehr Dämonen gleich, in ihrer Verhüllung ihre Absichten nur vermuten lassen. 

“Geisterstadt“ von Matthias Pilsz, Collage, 2018, 94 x 64 cm, gerahmt, zu sehen noch bis zum 27. Mai (Finissage) in der Ausstellung "Zweites Weißenseer Kabinett", in der Brotfabrik Galerie,
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>> Fotos von der Ausstellung
>> Matthias Pilsz auf Instagram

15.05.2018

Bildbetrachtung – "Mandarinen" und "Der Gentleman-Besuch" von Konstantin Slepuhin

Slepuhin's Gemälde sind spannende Bildergeschichten. Wären sie Literatur, wären es Krimis – stilsicher, verwirrend, mit ineinander verwobenen Elementen, wie ein Agatha Christies – möchte ich hinzufügen. Und ziemlich kompliziert, denn ich schaffe es nicht, "the story behind", auf Anhieb zu entschlüsseln. Aber nehmen wir uns Cap und Pipe und machen uns als Sherlock Holmes and Dr. Watson ans Werk...

Mandarinen
2010, öl auf Leinwand, 120 x 100 cm

Wir erkennen drei Beteiligte - eine Frau, zwei Männer. Die Frau hält ein Mikrophon und wird von einem eher unbeteiligten Mann mit einer TV- Kamera gefilmt. Die dünnen Träger ihres Kleides sind sichtbar, ihr Stringtanga wahrscheinlich nur für den Betrachter des Bildes.

Ob es sich um eine irgendwie geartete Kunst Darbietung handelt, oder um ein Interview, eine Reportage oder dergleichen, können wir relativ gut aus den Objekten der Umgebung schließen.
Als da wäre, etwas separat dargestellt, ein dunkelhäutiger junger Mann, welcher mit einer Maschinenpistole um sich ballert und die Logos von Markenklamotten offen an sich herumträgt.

Autotüren und ein Rotes Kreuz Symbol deuten auf den ursächlichen Umstand für die Anwesenheit der gefilmten Frau hin – möglicherweise doch eine Reporterin. Im Hintergrund des Schützen glaube ich einen Stadtplan zu erkennen. Vielleicht war dies ein Überfall und die bunten Bälle in orange sind die verwirrenden Ablenkungen, die dem Gemälde als Mandarinen ihren Namen geben?

Das ganze ist mit einer festen Farbpalette und in 2D-Anmutung ausgeführt, wie ein Zeichentrickfilm. Stoffmuster und Farben könnten für Handlungsmuster und als Temperament- bzw. Aktivwerte gedeutet werden. Ineinander malerisch verschränkte Formen deuten die verzahnte Handlung an und sind stilistische Mittel.
Man sieht dem Werk seinen relativ hohen inhaltlichen, gestalterischen und handwerklichen Aufwand an. Die Comic-Anmutung mag für einige Betrachter dem eventuell entgegenstehen.

Der Gentleman-Besuch
2010, öl auf Leinwand, 97 x 86 cm

Das zweite Bild führt uns augenscheinlich in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, in einen Überfall mit vier Männern und einer Frau. 

Hier geht es auch um Verführung, denn ein offen Revolver tragender junger Gentleman, vielleicht sollte man auch Gauner zu ihm sagen, hält der jungen Schönheit eine Rose an die Nase.

Die Frau erinnert mit ihrem heruntergleitenden Träger ihres Kleides, den Netzstrümpfen und ihren Pumps eher an eines der ältesten Gewerbe. Dann wäre der ältere Mann zu ihren Füßen nicht Vater, Ehemann, Ladenbesitzer oder Liebhaber, sondern ein Kunde. Doch sicher geht es auch um einige Unstimmigkeiten, wie die zerstreuten Blumen, die Pistolenhalfter unter den Achseln eines der Gentlemans und ein durchschnittenes Telefonkabel vermuten lassen. Nun, das müsste man jungen Menschen natürlich erklären, das mit der Strippe...
Doch deutet ein Detail auf eine Zeitverschiebung. Die Weste des Telefonkabelzerschneiders scheint aus den 80ern oder 90ern des 20. Jahrhunderts zu stammen, vielleicht auch nicht. Für den Koffer in den Händen des Gangsters und die Katze am rechten Bildrand bleibt zumindest noch Raum für Phantasie, ebenso für den roten Knopf, den die junge Dame sicher gern gedrückt hätte...

Die Bilder haben gleich mehrere Gemeinsamkeiten, so den Comic Style und je eine sehr ähnliche Farbpalette, die stilistische Überschreibung von Objekten in Farbe und Muster, sowie nicht zuletzt ihre Inhalte - Crime, Sex, Geltungssucht. Letztere drückt sich in der Bewaffnung und der Kleidung der zentralen Personen aus. Schließlich findet sich auf beiden Ölgemälden rechts unten ein Schuh. Doch das scheint mir ausnahmsweise wohl reiner Zufall zu sein, wie die Verwendung von orangen Kreisen.
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Konstantin Slepuhin ist 1975 in Dmitrov (Russland) geboren.
Website von Konstantin Slepuhin
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Beide Werke sind noch bis zum 27. Mai in der Galerie Brotfabrik zu sehen. Dann findet auch die Finissage und eine Galerieführung mit Felix Wunderlich und Petra Schröck statt.

10.05.2018

Kabinettstücke

vom 20. 04. - 27. 05. 2018 zeigt die Galerie der Brotfabrik im Rahmen des Jahresprogrammes "Korrespondenzen – Outsider für Insider, Insider für Outsider" ihr
Zweites Weißenseer Kabinett mit:
Marie Aly, Joanna Buchowska, Saskia Buwert, Matthew Davis, Peter Feiler, Holger Nora Franz, Enrico Freitag, Jörn Gerstenberg, Oliver Gröne, Philip Grözinger, Malte Hagen, Jens Hausmann, Anika Hein, Hille, Irene Hofmann, Okka-Esther Hungerbuehler, Mareike Jacobi, Ronny Johne, Caroline Kambach, Dmitriy Kaznin, Franziska Klotz, Jaqueline Kny, Jan Koch, Thomas Korn, Sebahat Korkmatz, Robert Linke, Iris Lorenz, Felix Loycke, Joerdis Mahanta, Mehrdad Mobasseri, Max Müller, Petros Nikas, Matthias Pils, Lawrence Power, Macks Querfeldt, Sven Reile, Ilter Rezan, Ritchi H. Richter, Johannes Rodenacker, Moritz Schleime, Dmitrij Schurbin, Fabian Seid, Konstantin Slepuhin, Lars Teichmann, Monika Tiedtke, Miriam Vlaming, Roger Wardin, Sador Weinsclucker, Hansa Wißkirchen, Felix Wunderlich, Micha Wutz, Josh Zielinski

50 Künstler mit Ateliers in Weissensee und Prenzlauer Berg, also dem Umfeld der Brotfabrik, geben mit ihren aktuellen Bilder und Zeichnungen einen spannenden Überblick über künstlerische Positionen der Gegenwart.
>> meine Fotogalerie

Die Finissage ist am 27. Mai, um 16 Uhr und mit einem Ausstellungsrundgang mit Felix Wunderlich und Petra Schröck
täglich 16-20 Uhr, freier Eintritt,
>> Ausstellungslink

27.04.2018

NGORO NGORO II – Artist Weekend Berlin 2018

Zum zweiten Mal wird das 6000 m² große Ateliergelände in Weissensee Schauplatz einer medienübergreifenden Gruppenausstellung. An vier Tagen wird zeitgenössische Kunst gezeigt, dabei werden mehr als 15.000 Besucher erwartet. 

Foto von der NGORO NGORO II

Foto von der NGORO NGORO II
150 Künstler
so Roger Ballen, Georg Baselitz, John Bock, Mat Collishaw, Marlene Dumas, Martin Eder, Gilbert and George, Gregor Hildebrandt, Andy Hope 1930, Jürgen Klauke, Alicja Kwade, Mark Manders, Paul McCarthy, Marilyn Minter, Bruce Nauman, Shirin Neshat, Anselm Reyle, Robin Rhode, Anri Sala und Bill Viola.

Das Aufeinanderprallen der vielen individuellen künstlerischen Energien ist die Grundlage der Ausstellung. Die Auswahl der Künstler erfolgt nicht nach kuratorischen Parametern, sondern intuitiv. Künstler laden Künstler ein, sowohl international bekannte als auch unbekanntere.

Die Kombination der künstlerischen Positionen mag disparat erscheinen, verweist aber tatsächlich sehr prägnant auf das Phänomen, dessen Bedeutung bislang kaum thematisiert wird: der Einfluss der von Künstlern untereinander gebildeten Netzwerke.

Die Ausstellung ist initiiert von CHRISTIAN ACHENBACH, JONAS BURGERT, ZHIVA GODUNCAN, ANDREJ GOLDER, JOHN ISAACS, ANDREAS MÜHE u. DAVID NICHOLSON.

>> mehr Fotos vom 1. Ausstellungstag (Vernissage)

Die NGORO NGORO II ist geöffnet
von Do., 26. April bis Sonntag, 29. April 2018 (je 10 Uhr bis Mitternacht)

Adresse
Lehderstraße 34, 13086 Berlin-Weißensee, Link >> gMaps


14.03.2018

Gedanken zum Bild: Joy #4 – Stephanie Barnes

Gemälde

Joy #4

Acryl auf Leinwand 61 x 75 cm

Auf schwarz-violetten Hintergrund führt eine tief in die Farbe eingekratzte dünne violette Spirale aus dem Zentrum des Bildes, wie ein Leitfaden über dessen Grenzen hinaus.
Darüber liegen schnell und frei gemalte farbige Linien, Kringeln gleich, teils mit Farbspritzern und ähnlich aussehend, wie ein hastig hingeworfens großes J.

Die Reihenfolge dieser übereinander gemalte Linien ist Gold, darüber Silber, dann Weiß, Rot und zuletzt etwas Schwarz. Farblich ergibt sich für daraus keine Harmonie. Vielmehr stehen diese Formen als klare selbstbewusste Impulse der Freude. Vielleicht sollte ich besser "Ausgelassenheit" dazu sagen.

Das Gemälde scheint wie ein kräftiger Befreiungsschlag von einer eher starren strengen Vergangenheit. Das Bild kontrastiert und regt zu einer aktiven Auseinandersetzung mit Erinnerungen an. Durch die, im Vergleich mit ihren anderen Werken, eher sparsame Komplexität, gehört es formal-ästhetisch zu den eher bestimmbaren Werken Barnes, die im Stil des abstrakten Expressionismus ihren Ausdruck findet.

Weiterführende Links:

09.03.2018

Gedanken zum Bild: Stephanie Barnes – abstrakter Expressionismus

The Same but Different
2017, Acryl auf Leinwand, 150 x 540 cm

Eine übergroße Leinwand hängt mit 25 Haken in Ösen an der Wand, gleich im Eingangsbereich der Ausstellung. Sie präsentiert darauf zwei gleichgroße sehr ähnliche Gemälde, die bei genauer Betrachtung als fast identische Spiegelbilder erkennbar werden.

Wild und expressiv führen gesprenkelte kräftige Linien darüber – ein dunkles Türkis und ein Dunkelrot, wie von frischem Blut. Auf dem feurig-gelborangen Hintergrund verlaufen diese stellenweise und ergeben Mischfarben. Hierdurch geht das Türkisblau überwiegend in ein Grün über. Nur das Rot behauptet sich. Das Werk links hat einen etwas weniger intensiven Hintergrund als das rechte und wirkt damit weniger energetisch, jedoch etwas interessanter, was sicherlich subjektiv ist.

Wenn man den Bildtitel liest, dem Farbcode folgt und das Leben der Malerin genauer kennt, könnte man eine Allegorie auf die Künstlerin und ihre Zwillingsschwester darin sehen - oberflächlich identisch, doch darunter ziemlich verschieden. Im Werk der Kanadierin kommen zusammengehörige oder spiegelverkehrt zueinander gehörige Bilder mehrfach vor.

Auf mich, wie auf die meisten Besucher vermittelt das Bild durch seine Orangetöne, einen leidenschaftliches intensives Gefühl. Gesteigert wird es durch Türkis als komplementäre Gegenfarbe, wie es auch das in der Mischung entstandene Grün zu Rot ist. Ein Feuerwerk für die Netzhaut, farbenfroh vermittelt es Tatendrang.

Zu sehen vom 2. März - 15. April, 16 - 20 Uhr (freier Eintritt)
in der Galerie Brotfabrik, Ausstellung: "Going with the Flow",
Caligariplatz 1, 13086 Berlin (Weißenseeer Spittze, zum Prenzlauer Berg, an der Prenzlauer Allee, Straßenbahnen M2, M13)

08.03.2018

Filmtipp – Der Tatortreiniger

An Witz, Ideenreichtum, Obskurität, Absurdität und Situationskomik kaum zu überbieten 

dennoch anspruchsvoll und mit Stil sind für mich die seit 2011 gedrehten sechs Staffeln des Tatortreinigers.

Bereits jetzt gehört die Serie zu den
Ikonen deutscher Komödien und wurde nicht nur deshalb mehrfach mit Preisen ausgezeichnet (dt. Comedypreis, dt. Fernsehpreis, Grimme-, Jupiter- u. Regie-Preis, europäischer Civis-Medienpreis).

Die kammerspielartigen Szenen gewinnen ihre Situationskomik aus dem Umstand, dass Schotty (Bjarne Mädel) als "der Tatortreiniger" auf für ihn unbekannte Hinterbliebene und Bekannte des Mordopfers trifft.


Länge: je 26 min
Hauptdarsteller: Bjarne Mädel
Drehbuch: Mizzi Meyer
Regie: Arne Feldhusen

Links:
Wikipedia
Wikipedia-Episodenliste
NDR-Website

Folgen:
Der Fluch
Angehörige
Nicht über mein Sofa
Schottys Kampf
Sind Sie sicher?
Freunde
Özgür

06.03.2018

Naturdoku – Der Blaue Planet

Wieder muss man sich beeilen, um ein Fest für die Sinne mit zu erleben. Nur kurz gibt es die phantastischen Aufnahmen in der ARD Mediathek.

Fasziniernde Bilder 

3 Jahre Drehzeit,
125 Expeditionen
in 35 Länder


Das eigentlich 7-teilige Werk ist eine Zusammenarbeit von BBC, WDR, NDR, SWR und France Télevision.

Gefilmt wurde auf jedem Kontinent und in jedem Ozean.

Gezeigt werden hier sechs Teile mit Axel Milberg (Borowski) als deutschen Sprecher. Die BBC hat noch einen siebenten zur Verschmutzung der Weltmeere.

1. Unbekannte Ozeane
2. Leuchtende Tiefsee
3. Faszination Korallenriff
4. Auf hoher See
5. Unterwasserdschungel
6. Extremwelt Küste
Korallenriffe werden von winzigen Nesseltieren gebildet. Man unterscheidet sie in Tropische Korallenriffe und Tiefwasserriffe.
Die Suppenschildkröte oder Grüne Meeresschildkröte wird bis 50 Jahre alt. Ihr Panzer erreicht dabei eine Länge von bis zu 140 cm. Die Weibchen sind größer als die Männchen. Sie lebt in den tropischen und subtropischen Meeren.

- klick um zu vergrößern -
Die Großen Tümmler leben in allen drei Ozeanen, im Mittelmeer und immer öfter auch in der Nordsee, gelegentlich in die Ostsee. Sie erreichen eine Länge von 2 bis 4 m und ein Gewicht von bis zu 600 kg. Als Säugetiere sind sie lebendgebärend und gelten als die bekanntesten Delphine.
- klick um zu vergrößern -

02.03.2018

Stephanie Barnes / Ronny Johne – GOING WITH THE FLOW

Die Galerie in der Brotfabrik eröffnet heute die zweite Ausstellung des Jahresprogramms "Korrespondenzen".

Farbig explosiven Gemälde der Kanadierin Stephanie Barnes korrespondieren mit den dynamisch expressiven Bleistiftzeichnungen Ronny Johnes. Beide machen Gefühle, Energie und Bewegung sichtbar.

Die fein ziselierten bis stark verdichteten Bleistiftgebilde des Berliners Ronny Johne sind von ungewöhnlich filigraner Dichte und außergewöhnlicher Intensität. Besonders intensiv entfalten sich seine engmaschigen Liniengewebe in der seriellen Aneinanderreihung, sie vermitteln eine sich duftig entfaltende Räumlichkeit. 

Die Bildsprache dynamisch miteinander verschlungener Kreisformen bei beiden Künstlern repräsentieren sowohl Freude als auch Chaos des Lebens.  (gekürzt von Brotfabrik)
  • Eröffnung: Fr., 2. März, 19 Uhr, mit Joe Stickman Orchestra
  • Workshop Stephanie Barnes: 31. März, 13-18 Uhr
  • Finissage + Künstlergespräch: 15. April, 16 Uhr
  • täglich 16-20 Uhr, kostenfreier Eintritt
    in der Galerie der Brotfabrik, Caligariplatz1, 13086 Berlin

Filmtipps – in der Woche der Unmöglichkeiten

Die ARD-Mediathek bietet aktuell zwei abgefahrene Filme, die Wahrnehmungsgewohnheiten und Sichtweisen auf Verhältnisse – unsere "Denkmuster" – ziemlich auf die Probe stellen. Beide Filme sind Tipps der Redaktion. Ich kann sie bei Kreativ-Stau, wärmstens als Anregung empfehlen, kein "Muss" aber ein "Sollte".

Die Firma dankt

Firmenübernahme durch einen Global Player und neue Challenge, Adam Krusenstern (Thomas Heinze) steht unter Druck... >> zum Video

D 2018, 87 min
Nach einem Theatherstück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz vom SWR produziert


Wer aufgibt ist tot

Bjarne Mädel erlebt als Vertreter Paul Lohmann so einiges. Dass der eigene Tod auch interessant und durchaus unterhaltsam, heiter und anrührend sein kann, erleben wir hier. >> zum Video >

D 2016, 90 min
Drehbuch: Christian Jeltsch
Regie: Stephan Wagner

21.02.2018

Gedanken zum Bild: "Sterben der Knöpfe"

Tausend bunte Knöpfe liegen unter den Collagen und Bildern des Berliners Macks Querfeldt, in der Ausstellung Samplings, der Berliner Galerie Brotfabrik.



Surreal, befremdend und fast fröhlich wirkt es, wenn man gerade die Ausstellungsräume betritt. In mehreren der 480 hier ausgestellten Werke des Künstlers finden sich solche Knöpfe wieder.


Doch spätestens im zweiten Raum erfährt mein Eindruck eine herbe Umdeutung. Ich stehe vor "dem, Sterben der Knöpfe", einer 24 mal 18 Zentimeter großen Collage aus 22 Knöpfen, einem Foto eines Schaltpults und einer Zeitungsüberschrift. Etwas betreten schaue ich nun auf die "gestorbenen Knöpfe" zu meinen Füßen und schüttele in Gedanken den Kopf. Dann betrachte ich das Schaltpult. War das nicht mal unabdingbare Ausstattung eines jeden Raumschiffs oder Maschinenraums oder wenigstens einer Maschine? Mein Smartphone hat nur einen Knopf auf der Vorderseite, den Home-Button, mit dem ich, wenn nichts mehr geht, auf "Knopfdruck" wieder zum Ausgang, "in Startposition" komme oder der mich aus den Tiefen des Internets oder aus dem Wust der geöffneten Programme rettet. Dieser Knopf ist uns also noch geblieben... denke ich.

Obwohl bereits vor der Antike bekannt, begann der Knopf "seine große Karriere" gewissermaßen erst durch die "Erfindung" des Knopflochs. Seit dem 13. Jhd. war man somit bisweilen etwas "zugeknöpft"oder "knöpfte" sich den einen oder anderen Gegner vor, wenn man etwas zu regeln hatte. Im 19. Jhd. wurde der Knopf folglich dann auch zum Schaltelement in der Elektrotechnik und behauptete sich auch in der Elektronik, obwohl es mit Touch-Pads oder Touch-Screens längst leistungsfähigere "Universaltalente" gibt.
Doch erinnern wir uns - Geräte mit Knopf haben noch die Haptik, die es ermöglicht, auch im Dunklen oder blind das Teil zu bedienen -  alte Handys beispielsweise oder Autoradios.

Als "absolut lohnend" und wirklich "sehenswert" möchte ich Euch den Besuch der Ausstellung daher dringend empfehlen. Am 25.02. gibt es ein Künstlergespräch und die Möglichkeit, auch Fragen zu erörtern. >> meine Ausstellungsfotos

25. 02. 2018 Finissage der Ausstellung "Samplings" von Macks Querfeldt
in der Galerie der Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin, Info-Telefon: 030 - 471 40 01

22.01.2018

Ausstellung: Samplings von Macks Querfeldt

Macks Querfeldt nimmt uns in seinen Samplings mit auf eine leichte und inspirative Reise mit Assoziationen von verschiedenster Art. Er seziert unsere Oberflächlichkeit, Wichtigtuerei und Obsessionen genauso wie unsere Naivität und Gutgläubigkeit Medien gegenüber. Immer wieder persifliert oder konterkariert er gängige Worthülsen, Alltagssituationen, Schlagworte, Filmtitel, Headlines und Floskeln aus dem Alltag, der Wirtschaft und der Politik. 

Die Materialien dazu sind so vielgestaltig wie die Themen. 
Zitate, Fotos, Motive, Symbole, Zeitungsschnipsel, Programmhefte, Verpackungen und obskure Fundstücke stellt er mit künstlerischen Mitteln (Collagen, Assemblagen) in neuen Kontext oder packt sie in einen ganz neuen Rahmen.

Die große Zahl von Einzelstücken massieren die träge Denkmasse des Hirns auf angenehme Art und Weise gleichmäßig in einen erfreulich kreativen Zustand.

Die Ausstellung in der Brotfabrikist täglich 16 - 20 Uhr geöffnet und kostenfrei. 
Am 3. Februar gibt es einen Kreativ-Workshop mit dem Künstler (vorher reservieren: +49 30 - 471 40 01) und am 25. Februar, 16 Uhr ist die Finissage mit Künstlergespräch.

>> meine Fotos von der Vernissage

05.01.2018

Gedanken zum Bild: Wartende aus "SchwarzKubaWeiß"

Eine Bushaltestelle auf dem Land, Kuba 2015
Im Schatten eines mächtigen Baumes harren 13 Wartende auf den nächsten Überlandbus, wie die Jünger Jesu beim "letzten Abendmahl". Der Bildaufbau ist ähnlich und wirkt auf mich ein wenig religiös. Im Zentrum, wo Leonardo da Vinci seinen Jesus platziert hat, sitzt anmutig eine kubanische  Schönheit, einer karibischen Göttin gleich, erhöht auf den Wurzeln des uralten Baums.
Dessen Alter lässt sich grob zwischen 300 und 600 Jahre schätzen. Bei uns brauchen Bäume erheblich länger, um solche Stammumfänge zu erreichen. Damit hat er möglicherweise noch eine Zeit vor Cristoph Kolumbus erlebt.
Ebenso wie die Jünger in Leonardos Bild sind die Wartenden in Gruppen angeordnet und der Blick in den Hintergrund zeigt auch hier die Berge.

Damit hat sich jedoch auch schon der Vergleich, handelt es sich hierbei ja um ein Schwarz/Weiß- Foto aus dem Jahr 2015 und nicht um eine Darstellung eines feierlichen Abendmahls von vor fast 2000 Jahren. Die Männer tragen Hüte und gestreifte Shirts, auch die Sonnenbrillen sind neu. Durch ihre Minen und Handhaltungen offenbaren sie nicht die Erwartung des Messias, sondern ersehnen die Ankunft des nächsten Landbusses. Zählt man die zwei Personen aus dem Hintergrund hinzu, sind es 15 abgebildete Personen. Jesus hatte zwölf Jünger und musste bekanntlich nie auf einen Bus warten.

Foto: Schnappschuss aus der Galerie Brotfabrik, Original von Uwe Dippelt, 2015, aus "SchwarzKubaWeiß"

Finissage mit Künstlergespräch ist am  Sonntag, den 07. 01.2018 um 16 Uhr.

04.01.2018

Gedanken zum Bild: Frau mit Katze aus "SchwarzKubaWeiß"

Zwischen den Fingern vor sich eine Havanna-Zigarre haltend und eine Rassekatze auf dem Arm, begegnet uns eine ältere Frau mit Hut vor einem Gebäude.
Souverän strahlen ihre Züge Erfahrung, Selbstbewusstsein und vielleicht auch Getriebenheit aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man den mit der Zeit abgeranzten Chic ihrer Tasche, ihres Schmucks und ihrer Fingernägel. Es ist eine ländliche festliche Tracht, die ihr mit jeder Menge bunter Perlenketten ihrem Erscheinungsbild etwas besonderes, ein wenig Glanz verleiht. Fast könnte man meinen, die Dame käme oder ginge zu einem Fest oder einer Hochzeit. Vielleicht ist sie das auch. Ihre Tasche steckt jedoch voller Papiere, die ihrer Besitzerin eher einen geschäftlichen Eindruck verleihen. Sie scheint auf alles vorbereitet und hat gewiss bessere Zeiten erlebt.

Was auch immer das Geheimnis der Dame ist, ihre Katze trägt jedenfalls ein ebenso festliches Kleid.

Das Foto hängt in der Galerie der Brotfabrik. Das Original ist von Uwe Dippelt, ca. 50 x 70 cm, aus dem Jahr 2015. Die Ausstellung hängt (eintrittfrei, tägl. 12-20 Uhr) bis zum 07.01. 2018. Dann ist 16 Uhr ein Künstlergespräch und Finissage. Ich bin natürlich dabei. >> Schnappschüsse der Ausstellung 

03.01.2018

Gedanken zum Bild: Friseur aus "SchwarzKubaWeiß"

Kuba, 2015 - nicht ohne Stolz preist ist ein junger Friseur sein Angebot stylischer Frisuren an. Eindrucksvoll prangen solche Fotos, vermutlich aus eigener Hand, an großen Wandtafeln. Im Hintergrund  hängt etwas schief, ein Kalender mit einem kitschig-schönen Jesusbild, bedroht und fast erschlagen von einer HiFi-Anlage mit Lautsprecherbox. Von oben taucht ein blendend helles Neonlicht die Szene in eine Arbeitsatmosphäre, wie in einer Kfz-Werkstatt. An der Wand im Hintergrund hängt die kubanische Staatsflagge. Das Foto wirkt auf mich, wie ein Gleichnis auf die Verhältnisse in Kuba.
Der junge Mann ist an beiden Ohren doppelt beringt. Hier arbeitet ein Meister seines Fachs mit Überzeugung und Idealen.

Weblinks

China

Chinareise

Im September 2007 - ein knappes Jahr vor den Olympischen Spielen, besuchte ich das Land der Mitte um mir ein genaues Bild zu verschaffen. Schließlich wurden es circa 4000 Bilder, von denen über 100 in der Diaschau gezeigt sind. | In September 2007, one year before the opening of the Olympic Games I visited China to have a closer look on it. More than 100 of 4000 photoes would showed at the picture galerie. | 2007, 开展奥运会一年之前,为了加深我的理解我们访问中国,对立的国家。我们摄了一共四千张照片。在这里可以看到一百张。它们介绍一下我德国人的角度和中国给我什么样的印象。

Olympic Signs

Olympic Signs
Hier sind unsere Fundstücke aus dem Olympiashop der Wangfujing-Straße, dem Ku-Damm Pekings. | These tasteful items we found in Beijings biggest Olympic Games-store in Wangfujing, Beijings main shopping area. | 这些很有意思的东西我看到了在北京的主要(王府井大街的)奥运会礼物店。

(16.200,- Yuan sind ca. 1700 Euro.) Der Slogan der Spiele lautet: "One World One Dream".

Wei Fo Ma (Volkmar) - Mein persönliches Briefsiegel

S ü d - D e u t s c h l a n d


Eine "Reise nach Franken" 2008 war Auftakt einer ganzen Reihe von Alben:

Das Album Bamberg zeigt den alten Kaiserdom mit dem einzigen heilig gesprochenen Kaiserpaar Deutschlands, den Bamberger Reiter, den Bischofstuhl, einen heiligen Nagel und die wunderschöne Altstadt.

Die Stadt Nürnberg wird 1050 erstmal erwähnt, ist noch älter. Wahrzeichen ist die Kaiserburg. Ein gemeinsames Album gibt es für die Lorenzkirche und Sebalduskirche. Einen Einblick in das Germanische Nationalmuseum und ins Bahn Museum gibt es auch.

Solarberg Fürth

Solarberg Fürth
Der Solarberg in Fürth/Atzenhof zählte 2008 mit seinen 1 MegaWatt weltweit zu den größten Photovoltaikanlagen. Der am Main-Donau-Kanal gelegene ehemalige Müllberg reicht 348 M über den Meeresspiegel und ist ein exzelenter Aussichtspunkt.

Bamberg

Bamberg
Bamberger Dom: drei mal Kaiser Heinrich der II., Marienpforte, heiliger Nagel vom Kreuz Christi, durchgerostete Türklinke des Haupteingangs

Nürnberg

Nürnberg
Viele Kaiser wählten das 1050 erstmals urkundlich erwähnte Nürnberg als Aufenthaltsort. vlnr.: Nassauerhaus, Uhr der Frauenkirche, Dürerhaus, Narrenschiff, Schalenbrunnen, Reichsapfel, Fleischbrücke (1598)

Kaiserburg Nürnberg

Kaiserburg  Nürnberg
Als Kaiserpfalz und für Festempfänge u.a. genutzt von Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“. Neben einem wunderbaren Blick vom Sinnwellturm, lohnt ein Besuch im Burgmuseum

Germanisches Museum Nürnberg

Germanisches Museum Nürnberg
Das Germanische National Museum in Nürnberg zeigt Originale aus 3 Jahrtausenden

St. Lorenz und St. Sebald Nürnberg

St. Lorenz und St. Sebald Nürnberg
2 Nürnberger Kirchen aus dem 13. Jhd.

Berlin

Berlin
Der Prenzlberg ist eine der angesagtesten Gegenden in Berlin. Hier treffen sich Kultur, Shopping, Nightlife, Musik, Gays und haben Politiker, Schauspieler und Schriftsteller ihr zuhause oder wenigstens ihren Zweitwohnsitz. Wer kennt nicht "Schönhauser Allee" von Wladimir Kaminer?

Berlin - Alexanderplatz

Berlin  -  Alexanderplatz
Alex mit ungewohnten Detailansichten

Berlin Mitte - Oranienburger Straße

Berlin Mitte - Oranienburger Straße
Restaurant Mirchi, Kunsthaus Tacheles, Neue Synagoge und Bodemuseum

Berlin - Museumsinsel

Berlin - Museumsinsel
5 Stücke aus der Antikensammlung des Alten Museums in Berlin Mitte

Zoo Aquarium Berlin

Zoo Aquarium Berlin

Zoologischer Garten Berlin

Tierpark Berlin

Museum für Naturkunde Berlin

Schloss Charlottenburg

Deutsches Historisches Museum

CSD 2009 in Berlin

lichtzeichen - Ausstellung im K20

Englisch Lernen

Marienkirche in Frankfurt (Oder)